Der Prüfschritt ist immer anwendbar.

Wie wird geprüft

Wenn eine Eingabe erfolgt, löst dies keine Kontextänderung aus, es sei denn der Benutzer erhält einen Hinweis, wie er das Verhalten auf einfache Weise steuern kann.

Eine „Eingabe“ ist eine Veränderung des Werts bzw. der Einstellung eines Elements. Beispiele: Texteingaben in Eingabefelder, Auswahl einer Option aus einem Auswahlfeld (Dropdown), Ankreuzen einer Checkbox. Abzugrenzen davon ist eine Aktivierung wie das Anklicken eines Buttons oder eines Registers. Aktivierungen sind vom Benutzer gewollt/erwartet und fallen nicht unter den Begriff „Eingabe“.“

Prüfen, ob bei Eingaben unerwartete und nicht angekündigte Kontextänderungen erzeugt werden, ob Änderungen nach dem Element angezeigt werden, oder die Änderung vorher angekündigt wurde.

Bei Kontextänderungen kann es sich um Folgendes handeln:

  • Änderung des Nutzeragenten (z. B. neue Fenster/Dialoge öffnen sich)
  • Änderung des Viewports (z. B. geänderte Scrollposition, Bildausschnitt)
  • Fokusversetzung
  • wesentliche Inhaltsänderung (z. B. neue Bedienelemente oberhalb, Ansicht/Seite erscheint wie neue Ansicht/Seite)

Beispiele

  • Erfüllt: Mit einem Formular können Kalendereinträge erstellt werden. Neben den Standardfeldern für Betreff, Zeit und Ort gibt es weitere Eingabefelder, bspw. Termin oder Besprechung. Wählt der Benutzer das Optionsfeld für Besprechung, werden unterhalb zusätzliche Felder für die Eingabe der Besprechungsteilnehmer angezeigt.
  • Fehler: Bei Markierung eines Radiobuttons öffnet sich automatisch ein Pop-up mit einem Hilfetext.
  • Fehler: Nach der Auswahl eines Checkbox werden oberhalb des Feldes weitere Eingabefelder angezeigt.

Anforderung (Beschreibung)

Nutzereingaben führen nicht automatisch zu einer Änderung des Kontexts, es sei denn, der Benutzer wurde vor der Verwendung der Komponente über das Verhalten informiert.

Warum wird das geprüft

Die Software muss es den Benutzern ermöglichen, Eingaben vorzunehmen, ohne dadurch eine Kontextänderung erfolgt. Es muss eine bewusste Aktion des Benutzers vorgenommen werden, um jede andere Wirkung auszulösen. Wenn bei Eingaben eine unbeabsichtigte Kontextänderung geschieht, können Benutzer desorientiert sein oder die Änderung zunächst gar nicht wahrnehmen.

Verweise (Referenzen)

  • EN 301549 v3.1.1 Kap. 11.3.2.2 On input
  • WCAG v2.1 Kap. 3.2.2 On input